Die Vollnarkose: Größere und kompliziertere Eingriffe wie Brustvergrößerung und –verkleinerung oder Nasenkorrektur werden in aller Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Narkosearzt versetzt den Patienten unmittelbar vor der Operation durch einen in die Venen gespritzten Mix aus Schmerz- und Schlafmitteln sowie muskelentspannenden Substanzen in Tiefschlaf. Damit ist der Patient während des Eingriffs nicht bei Bewusstsein, er wird durch einen dünnen, in die Luftröhre eingeführten Schlauch („Tubus“) oder durch eine Larynxmaske künstlich beatmet. Gleichzeitig hängt er am Tropf, sämtliche Lebensfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut werden permanent kontrolliert und gesteuert. Dank verfeinerter Technik sind die Risiken überschaubar, dennoch bringt jede Vollnarkose eine starke körperliche Belastung mit sich, bei gesunden Patienten besteht ein theoretisches Todesfallrisiko von etwa 1 : 200 000. Um so wichtiger sind daher sorgfältige Narkoseplanung und -überwachung und genaue Abstimmung zwischen Operateur und Narkosearzt.
Als typische Beschwerde nach dem Aufwachen klagen etwa ein Drittel der Patienten über Übelkeit, in einigen Fällen bis hin zum Erbrechen. Weitere Nebenwirkungen, die bis zu drei Tagen anhalten können: Das Schlucken fällt schwer, die Stimme ist heiser. Bei kürzeren Operationen kann die künstliche Beatmung alternativ zur „Intubationsnarkose“ mittels einer Larynxmaske erfolgen. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Stimmbänder weniger stark belastet werden. Was jeder wissen sollte: Bei einer Vollnarkose besteht generell eine höhere Thrombosegefahr (Blutgerinnsel in den Gefäßen) als bei Eingriffen in örtlicher Betäubung.