„Ich male die Nasen meistens absichtlich schief, damit die Leute gezwungen sind, sie anzusehen“, soll Pablo Picasso einmal gesagt haben. Die Nase ist der markanteste Teil des Gesichts, und ihre Form wird häufig mit bestimmten Menschentypen assoziiert – nicht nur auf Picassos Bildern. Egal ob schief oder nicht: Die Nase steht immer im Mittelpunkt. Keine Frisur, kein Make-up kann sie kaschieren. Umfragen zufolge gehen die Menschen mit keinem anderen Körperteil kritischer um. Immer mehr Deutsche unterziehen sich einer Nasenkorrektur (medizinisch: Rhinoplastik) – unter den Patienten sind etwa 20 Prozent Männer, außerdem sehr viele junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Reine Formsache: Ungeliebte Nasen werden als zu groß, zu klein, zu lang, zu breit, zu spitz oder als krumm („Hakennase“) empfunden. Bei einigen Patienten stört ein Höcker auf dem Nasenrücken, bei anderen erscheinen besonders die Nasenlöcher überdimensional aufgebläht. Nach Unfällen wirkt die Nase häufig asymmetrisch. Als Organ im Zentrum des Gesichts bestimmt sie zu einem großem Teil Ausdruck und Ausstrahlung, nicht selten beendet eine ästhetische Nasenkorrektur langjährige psychische Leiden: Eine als unpassend empfundene Nasenform kann zu Komplexen und vermindertem Selbstbewusstsein führen. Wie auch immer die ungeliebte Form aussieht, sie kann auf Wunsch des Patienten neu modelliert werden. Der Operateur kann die Nase verkleinern und die Form von Nasenrücken, Nasenflügeln und Nasenlöchern neu gestalten. Allzu stark sollten die Proportionen allerdings nicht geändert werden – abschreckendes Beispiel: die deformierte Nase von Michael Jackson. Die Idealnase passt sich harmonisch ins Gesicht ein und steht im optischen Gleichgewicht mit Kinn und Stirn, die Individualität bleibt erhalten.
Einheits-Stupsnasen, wie sie noch in den neunziger Jahren zunächst in den USA und später auch bei uns propagiert wurden, sind out. Seriöse Operateure lehnen zudem Nasenoperationen nach Promi-Vorlage ab und gehen nicht auf jeden Patientenwunsch ein. Denn: Nicht jede Naseform passt in jedes Gesicht. Die erwähnte Stupsnase ist in einem großflächigem Gesicht völlig fehl am Platz. Besprechen Sie mit dem Operateur im Vorfeld ausführlich Ihre Wünsche und stimmen Sie mit ihm ab, in welchem Umfang die Korrektur erfolgen soll. Er wird Ihnen erklären, was theoretisch machbar ist und dies eventuell mit Hilfe eines Computerprogramms simulieren. Eine hundertprozentige Garantie, dass das OP-Ergebnis exakt der Computersimulation entspricht, gibt es jedoch nicht.
Ganz wichtig: Einige Menschen projizieren ihre Neurosen auf die Nase – ohne dass diese notwendigerweise einen ästhetischen Makel darstellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit der „neuen“ Nase nicht zufrieden sind, ist hoch. Seriöse, erfahrende Operateure filtern Betroffene aus, indem sie im Beratungsgespräch genau nach den Motiven für die Operation fragen. Gegebenenfalls schlagen sie die Überweisung an einen Psychologen vor.