Körpereigenes Kollagen bildet das Stützgerüst unseres Bindegewebes. Zum Aufpolstern von Gesichtsfalten kommt es bereits seit Anfang der achtziger Jahre zum Einsatz. Bei keinem anderem Füllmaterial gibt es größere Erfahrungswerte, prinzipiell ist es für alle Falten im Gesicht geeignet, im Bereich der Augen („Krähenfüße“) sollte der Stoff wegen der dünnen Haut nur sehr leicht dosiert werden. Ende 2000 erlitt der Klassiker unter den Füllstoffen einen Rückschlag: Nach dem BSE-Skandal („Rinderwahnsinn“) und der damit verbundenen Medienhysterie (es gab in Deutschland nicht einen Erkrankten!) wurde nicht nur deutlich weniger Rindfleisch gekauft, auch die Verbreitung von Kollagen als Faltenfüller ging zurück. Grund: Seit jeher wird aus Rinderhäuten- und sehnen gewonnenes Kollagen verwendet, das dem menschlichem Kollagen am ähnlichsten ist. Eine BSE-Ansteckung durch tierisches Kollagen ist noch nie vorgekommen und kann nach derzeitigem Wissensstand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Zum einen betonen die Hersteller, Kollagen stamme aus überwachten Kälberherden in den USA, zum anderen sind Haut und Sehnen generell nicht vom BSE-Virus befallen.
Etwa drei Prozent der Patienten reagieren auf die körperfremden, tierischen Einweißstoffe allergisch, daher muss der Arzt die Verträglichkeit spätestens vier Wochen vor der Behandlung in einem Allergietest ermitteln (in der Regel kostenlos). Dazu injiziert er dem Patienten eine Testspritze in die Innenseite des Unterarms. Bleiben Schwellungen oder Rötungen der Haut innerhalb der kommenden vier Wochen aus, ist die Behandlung möglich. Eine weitere Behandlungsvoraussetzung neben dem „bestandenem“ Allergietest: Der Patient leidet nicht unter akuten Herpesbläschen.