Fast zwei Quadratmeter Oberfläche, etwa zehn Kilogramm Gewicht: Die Haut ist nicht nur das größte menschliche Organ – sie ist auch eines der empfindlichsten, besonders im Gesicht. Bei kleinen sonnen- oder altersbedingten Knitterfältchen rund um Mund und Augen sowie an den Wangen bringen weder Unterspritzungen noch Facelifts große Verbesserungen, das gleiche gilt für Anti-Aging-Cremes und kosmetische Fruchtsäure-Peelings, die lediglich an der Hautoberfläche „kratzen“. Viel effektiver wirken chemische Peelings, noch dazu halten sie bis zu fünf Jahre. Dafür kommen sie vergleichsweise teuer, aufwendig, schmerzhaft und risikoreich daher – je tiefer sie in die Haut dringen, desto mehr. Am populärsten sind Peelings mit Trichloressigsäure (TCA), die entweder in einer mitteltief wirkenden Variante (20- bis 50-prozentig) oder als Tiefenpeeling (30- bis 40-prozentig, mehrfach aufgetragen) möglich sind. Das Peeling-Prinzip: Eine oder mehrere Hautschichten werden chemisch denaturiert und abgetragen. Nach dem Heilungsprozess kommt neue, glattere Haut zum Vorschein. Diese Schälkur wird individuell auf den Hauttyp des Patienten und auf die zu behebenden Falten abgestimmt. Das mitteltiefe TCA-Peeling bringt spürbare Verbesserungen bei Knitterfältchen, Pigmentflecken und leichten Narben. Ein TCA-Tiefenpeeling bewirkt ein regelrechtes Gesichts-Lifting und erzielt eine insgesamt deutlich elastischere und straffere Haut („Lifting ohne Messer“).
Chemische Peelings haben nichts gemein mit den harmlosen kosmetischen Peelings aus der Drogerie um die Ecke, ebenso wenig mit leicht dosierten Fruchtsäurepeelings aus dem Kosmetikstudio. Während diese die Haut lediglich kurzfristig auffrischen, sind chemische Peelings von der Belastung her mit einem chirurgischen Eingriff zu vergleichen. Deshalb gehört die kontrollierte Denaturierung der Haut ausschließlich in die Hände von spezialisierten Fachärzten, in der Regel Dermatologen. Nur bei korrekter Vorbereitung, Behandlung und Nachsorge sind die Risiken des chemischen Peelings kalkulierbar.